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10 Tipps für die richtige Blende und Verschlusszeit

Auch wenn die heutigen DSLR – Automatikprogramme den Fotografen entlasten, so ist es oft doch sehr sinnvoll, noch einmal selbst zu entscheiden was Sache ist. Ihr dürft das Gefühl für die Zeit/Blende und Empfindlichkeit nicht verlieren. Ich möchte Euch hier eine kleine Hilfestellung geben, damit Ihr durch geschickten Einsatz von Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeit (ISO) Eure Aufnahmen gezielt verbessern könnt.

1.) M-Modus nutzen

So ausgereift die Automatiken der heutigen Kameramodelle auch sein mag, in schwierigen Lichtsituationen ist es am sinnvollsten in den manuellen M-Modus zu wechseln. Im Gegensatz zu den Automatikeinstellungen A und S stellt Ihr hier die Blende und die Verschlusszeit händisch ein. Der eingebaute Belichtungsmesser zeigt Euch genau ob das Bild über- oder unterbelichtet wird. Nehmt Euch dazu genug Zeit, wenn man immer nur mit Automatik fotografiert, dann dauert es ein bisschen bis man die nötige Sicherheit dafür bekommt.

2.) Histogramm richtig lesen

In Histogramm erkennt Ihr auf den ersten Blick ob das Bild richtig belichtet ist oder nicht. Das Histogramm zeit Euch die Verteilung der Tonwerte von Schwarz und Weiß. Bei einem Standardmotiv befindet sich die Tonwertskala in der Mitte und fällt zum Rand hin leicht ab.

3.) Richtige Verschlusszeit

Eine ausgeglichene Belichtung ergibt sich nur bei einem perfekten Zusammenspiel zwischen Blende und Verschlusszeit.Verändert man die Blende um einen ganzen Blendensprung nach unten (verkleinert man die Blendenöffnung) dann verdoppelt sich die Belichtungszeit, da sich die Lichtmenge halbiert.

Nehmen wir folgendes Beispiel:

Blenden/Zeitkombinationen
 Blende Belichtungszeit
eine Blende geöffnet -
doppelte Lichtmenge
f = 4t = 1/1000s
Gehen wir davon aus, dass
dies unsere Normalbelichtung ist
f = 5,6t = 1/500s
eine Blende geschlossen -
halbe Lichtmenge
f = 8t = 1/250s
eine weiter Blende
geschlossen - wieder halbe
Lichtmenge
f = 11t = 1/125s

4.) Sportfotografie

Bei der Sportfotografie bewegen sich die Motive sehr schnell, daher müssen wir die Bewegung im Bild einfrieren. Daher müssen Verschlusszeiten von 1/800s bis zu einer 1/4000s verwendet werden. Es kommt immer darauf an mit welcher Sportart Ihr es zu tun habt. diese Verschlusszeiten könnt Ihr nur erreichen, indem Ihr die Blende möglichst weit öffnet und den ISO Wert erhöht. Bei den heutigen Modellen sind ISO Werte um 1000 in der Regel kein Problem. Sinnvoll ist vorher sicherlich wenn Ihr eine Testaufnahme macht um das Bildrauschen zu beurteilen. Eines sei aber dazu gesagt – liebe ein Bildrauschen als unscharfe Bilder!

5.) Dynamische Bilder – Mitziehen

Wenn Ihr Dynamik in die Bilder bringen wollt dann kommt Ihr um das „Mitziehen“ nicht herum. Da kommt es nicht um ein gestochen scharfes Bilder an, hier geht es darum, die Dynamik der Bewegung einzufangen. Mit einer Verschlusszeit zwischen 1/60s und 1/30s sollte das bei bewegten Personen gut funktionieren. Ihr folgt dabei mit der Kamera dem bewegten Motiv. Ein stabiler Stand ist ganz wichtig, Ihr dreht dabei nur den Oberkörper. Eine Hand am Auslöser die andere stützt das Objektiv. Aufpassen damit Ihr die Kamera beim Auslösen nicht „reißt“, sonst gibt es eine noch zusätzliche Unschärfe. Die Technik verlangt Übung, die Ergebnisse sind dafür umso sehenswerter.

6.) Verwischte Strukturen

Eine Landschaft einmal ganz anders. Mit der Schwenktechnik gelingen Euch abstrakte Ergebnisse, die einem gemalenem Kunstwerk sehr ähneln. Für einen gleichmäßigen Schwenk empfehle ich Euch ein Stativ. Auch diese Technik verlangt etwas Übung, aber die Ergebnisse sind schon etwas ganz besonderes. Ihr verwendet dabei eine sehr kleine Blende und eine Verschlusszeit um ca. 3 Sek. Wenn Ihr einen ND-Filter verwendet dann könnt Ihr mit noch längeren Verschlusszeiten experimentieren.

7.) Bewegtes Wasser

Es sind oft nur Kleinigkeiten die eine Bildwirkung völlig verändern. Wenn Ihr bei einem Wasserfall oder einem Gebirgsbach oder einfach bei einem Springbrunnen die Verschlusszeit verändert kann eine völlig andere Wirkung herauskommen. Ist es bei einer Verschlusszeit von 1/250s eine eingefrorene Aufnahme, so entwickelt das Bild bei einer 1/50s eine ganz andere Aussage und Dynamik.

8.) Nachtaufnahmen

Nachtaufnahmen haben eine ganz eigene Faszination. Die Bilder sind immer ein Hingucker und es lohnt sich diese Technik einmal auszuprobieren. Ihr benötigt zu der Technik ein Stativ damit die Kamera stabil steht, dann auch kleine Erschütterungen können verwackelte Bildergebnisse verursachen. Achtung bei Straßenbahnen, da kann ich ein Lied davon singen. Diese Vibrationen beim vorbeifahren der Straßenbahn verursachte bei meinen Aufnahmen unglaubliche Verwacklungen. Die Position konnte ich leider nicht wechseln, also war warten angesagt :( . Wählt bei Eurer Kamera den „M“ manuellen Modus, eine Belichtungszeit von mindestens 15 Sekunden und eine möglichst kleine Blende (f/11). Aktiviert den Selbstauslöser und versichert Euch dass die Kamera stabil steht. Wenn ich bei Eurer Kamera eine Spiegelvorauslösung habt, dann verwendet die bitte. Denn auch das aufklappen des Spiegels kann zu Unschärfen führen. Noch gravierender tritt der Spiegelvibration bei Mittelformat Kameras in Kraft.

9.) Mit Licht malen

Diese Technik ist ein überaus witzige Technik – man weiß nie was hinterher raus kommt 😉 – Scherz, nein ganz so ist es nicht! Die Lichtmalerei ist eine ähnliche Technik wie die Nachtfotografie, mit dem Unterschied, dass Ihr noch eine Lichtquelle braucht. Dazu reicht eine einfache Taschenlampe oder der Display Eures Smart Phones. Stellt die Verschlusszeit auf ca. 30 Sekunden ein, löst den Selbt- oder Fernauslöser aus und malt in den 30 Sekunden mit Eurer Taschenlampe Schriftzüge oder Figuren in die Luft. In den 30 Sekunden ist der Spiegel hochgeklappt und es wird alles aufgezeichnet was Ihr mit der Taschenlampe in die Luft malt.

10.) Konturen gekonnt in Szene setzen

Bei der Technik geht es ein bisschen in die Studio Fotografie. Mit dem gezielten aufhellen oder abdunkeln können Körperkonturen bewusst betont werden. Das funktioniert bei Portraits genau so wie bei Produkten. Egal ob eckig oder rund. Bei der High-Key Technik gibt es eine bewusste Überbelichtung um 1 bis 2 EV, dadurch wirkt das Bild weich und duftig. Das Gegenteil dazu ist die Low-Key Technik, da bleiben die meisten Bildpartien dunkel. Dadurch wirken die Bilder geheimnisvoll, ja manchmal sogar bedrohlich. Für Low-Key empfiehlt sich ein dunkler Raum und eine kurze Verschlusszeit.

 

Hier hab ich Euch noch eine Kleine Tabelle zusammengestellt von empfehlenswerten Blende/Verschlusszeit Kombinationen

Belichtungs-Guide-2Auflage

 

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14 Kommentare

  1. Hi Hermann,
    wir könnten noch lange hin und her schreiben ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen – und das, obwohl wir in der Sache eigentlich nah beieinander sind. Daher von mir nur noch ein Hinweis, damit nicht etwas falsch stehen bleibt.

    Ich schrieb zuzm Porträt NICHT „je kleinere BLENDE desto besser“,
    sondern „Bei Porträt BLENDENZAHL möglichst klein und auf die Augen scharfstellen“. Also die Blende möglichst weit aufmachen.

    Jens

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    • Hermann Stanzel

      … hast schon recht Jens,
      hauptsache ist, es dient der Sache an sich und wenn man unterschiedlicher Meinung ist, dann soll das nicht heißen das alles in Stein gemeißelt ist – man hat nur unterschiedliche Ansichten.

      Schön wäre es, wenn Du vielleicht ein Portrait von dir bei den Kommentaren über Gravatar hochladen könntest, es unterhält sich einfach besser wenn man den Gesprächspartner sieht.
      Es gibt übrigens einen Beitrag mit Video Tutorial, mehr dazu unter diesem Link.
      http://wissenspool-fotografie.org/wie-bekomme-ich-mein-portrait-avatar-bei-den-kommentaren/

      Liebe Grüße
      Hermann

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    • Hermann Stanzel

      sorry Jens – stimmt, hab ich überlesen mit der kleinen „BLENDENZAHL“ – das ist schon korrekt.

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  2. Klar: „Wenn die Sonne lacht, Blende 8“ – kenne ich noch. Aber wir sind heute ja etwas weiter. Wieso soll ich eine Landschaft mit Blende 11 (um mal bei der klassischen Blendenreihe zu bleiben) und 1/250 s fotografieren? Selbst verallgemeinernd würde ich hier 1/60 s und Blende 22 als Startwert wählen, da Landschaftsfotos üblicherweise mit Weitwinkeln gemacht werden und man nun mal damit nicht so leicht verwackelt, jedoch vermutlich durch die kleinere Blende eine bessere Schärfe des Fotos erhält. Wenn man jedoch mit einem Tele bei bedecktem Himmel, dann …

    Ne, die Tabelle führt in die Irre. Hilft besonders einem unbedarften, der seine erste DSLR richtig nutzen will nicht weiter. Wenn schon einfache Merkregeln, dann auch zutreffende. Zum Beispiel:

    Belichtungszeit = 1/Brennweite (oder schneller) gegen Verwackeln
    Bei Porträt Blendenzahl möglichst klein und auf die Augen scharfstellen
    Bei Landschaft die Blendenzahl eher groß, um viel Tiefenschärfe zu bekommen
    Bei Sport und schnellen Tieren die Belichtungszeit möglichst kurz (1/1000 s oder kürzer)
    Bei schnellen Bewegungen und wenig Licht, die (Licht-)Empfindlichkeit erhöhen

    Deine Tabelle gauckelt Regeln vor, die es weder gibt, noch auf die Praxis zutreffen.

    Jens

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    • Hermann Stanzel

      … weiter sein – heißt aber nicht im selben Schluss besser zu sein 😉

      Da die neuen DSLR Kameras, wir sagen – „dodlsicher“ dazu, sind heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist – das nächste wird sicher eine Motivklingel auf jeder Kamera sein – heißt aber nicht dass das gut ist.

      Es gibt gewisse Anhaltspunkte oder Regeln und mehr soll es auch nicht sein, damit der „Fotograf“ ein Gefühl für Zeit und Blende bekommt.

      Sag mir einen plausiblen Grund, warum ich eine Landschaftsaufnahme nicht mit 1/250 – f/11 fotografieren soll.
      Hier im Bild die Schäfentiefe-Skala nur zur Erklärung. Denn wenn ich – hier nur beispielhaft – mit Blende 11 den Unendlichkeitsbereich auf der rechten Seite einstelle, dann ist bis zu einer Entfernung von 1,5 Metern alles scharf, bitte, was will ich bei einer Landschaftsaufnahme mehr ???
      Des weiteren laufe ich beim abblenden auf Blende 22 oder höher Gefahr, dass ich durch Beugung schon wieder etwas unschärfer werde als mit der optimal errechneten Blende für das jeweilige Objektiv. Also das Argument lasse ich nicht gelten.

      Blendenring - Objektiv

      Da sind wir wieder an dem Punkt, ob alles neue wirklich besser ist – denn viele der neuen Objektive haben die Schäfentiefe-Skala nicht mehr am Objektiv – ergo muss der Fotograf ein Gefühl dafür entwickeln – und nicht immer mit einem Finger auf der Abblendtaste sein.

      Das ist das selbe beim Autofokus. Die jungen Fotografen gehen heute nach Hause, ohne einem einzigen Bild, wenn der Autofokus ausfällt. Dann heißt es „die Kamera ist kaputt“. Manuelles Scharfstellen haben sie nie gelernt. Es weiß doch heute keiner mehr ob er am Objektiv nach links oder rechts drehen muss damit das Objekt scharf wird.

      Aber zurück zum Thema.
      Zum Portrait – warum, je kleinere Blende desto besser. Ich will doch ganz bewusst eine Unschärfe im Hintergrund haben, um dadurch eine Dreidimensionalität zu erreichen. Das sind Richtwerte von professionellen, klassischen Portraitfotografen.

      Zum Sport – hier kann man wieder unterscheiden – will ich knackige scharfe Aufnahmen, oder will ich etwas mehr Dynamik ins Bild bekommen. Bei den knackigen, eingefrorenen Aufnahmen da bin ich bei Dir, bei den dynamischen kann ich mit einer 1/1000s oder kürzer nix anfangen.

      Also noch einmal zum Verständnis.
      Die Tabelle beinhaltet Richtwerte und soll helfen ein Gefühl für bestimmte Situationen aufzubauen – sie ist korrekt so wie sie ist 😉

      Hermann

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  3. Schon der erste Tipp ist fehlerhaft und mit dem „Belichtungs-Guide“ wird das Ganze dann zur Farce. Mit solchen Pseudohilfen werden Anfänger nur in die Irre geleitet, weil sie es glauben.

    Was schon bei Tipp 1 falsch ist? Die Aussage „Der eingebaute Belichtungsmesser zeigt Euch genau ob das Bild über- oder unterbelichtet wird.“ führt in die falsche Richtung. Egal ob in A, S oder M – immer wenn der Belichtungsmesser der Kamera als alleiniger Lieferant der Belichtungswerte genommen wird, kann es zur Überbelichtung, Unterbelichtung oder korrekten Belichtung kommen. Und zwar in allen drei Betriebsmodi! Denn A und S arbeiten ebenso mit dem, was der Belichtungsmesser liefert, als wenn man im M(anuellen)-Modus sich auf den Belichtungsmesser verlässt. Das Problem ist, dass der Belichtungsmesser immer auf den mittleren Grauwert eingestellt ist – daher kommt es bei Motiven, die davon abweichen zu Über- oder Unterbelichtungen. Und zwar bei A, S und M. Bei A und S korrigiert man die Belichtungsfehler mit der Belichtungskorrektur und im Modus M mit der Wahl einer anderen Zeit oder Blende. Immer ist jedoch die Erfahrung des Fotografen erforderlich, was die richtigen Werte sein könnten.

    Mich ärgern solche „10 Tipps zu …“ immer ungemein, wenn sie die Sachverhalte nicht vereinfachen, sondern falsch darstellen. Unter „WISSENSpool“ sollte sich so ein Unfug nicht finden. Das kann man doch der Foto-Bild überlassen.

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    • Hermann Stanzel

      Hallo Jens,

      zum Tipp 1 – falsch ist er mit Sicherheit nicht – er ist vielleicht nicht genau im Detail beschrieben, so könnte deine Kritik heißen 😉 – denn – der eingebaute Belichtungsmesser zeigt dir sehr wohl die korrekte Belichtung, es kommt nur darauf an was angemessen wird und in welchem Modus gearbeitet wird, ergo weißt du dann auch ob die Aufnahme über- oder unterbelichtet ist und was korrigiert werden muss.

      Das ganze soll eine kleine Hilfe sein – ich könnte hier auch ein e-book von mir über Belichtungsmessen veröffentlichen hat aber 87 Seiten und da weiß ich nicht ob das sinnvoll ist. Das würde eher ausarten und einen Charakter eines Workshops bekommen – und das nur zu Tipp1.

      Aber das ist ja kein Problem – mache einen konstruktiven Vorschlag und ich werde es ergänzen.

      Liebe Grüße
      Hermann

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      • Hallo Hermann,
        Tipp 1 müsste für mich lauten: „Matrix-Belichtungsmessung ausstellen und statt dessen mit Integral-Mittenbetontem Messverfahren arbeiten“ – nur dann lassen sich die Werte des kamerainternen Belichtungsmessers sinnvoll für eine manuelle Belichtungssteuerung verwenden. Und dazu gehört der Hinweis, dass die Anzeige des Belichtungsmessers im Kameradisplay die identischen Werte wie bei den Belichtungsmodi „P“, „A“ und „S“ liefert. Man kommt daher mit allen vier Modi zum gleichen Ergebnis – nur die Möglichkeiten zur kreativen Bildgestaltung und zur Belichtungskorrektur sind andere.

        Viele – selbst erfahrenere Fotografen – wissen nicht, dass „P“, „A“ und „S“ lediglich die gemessenen Werte des internen Belichtungsmessers umsetzen und damit nichts anderes tun, als dies der Fotograf per Hand macht, wenn er bei „M“ anhand der Anzeige des Belichtungsmessers Blende und Zeit einstellt. Erst durch die Matrixmessung und die Motivprogramme wird die Belichtung von der Kameraelektronik „kreativ“ verändert.

        Tipp 2 ist dann korrekterweise der Hinweis aufs Histogramm – aus meiner Sicht wird dieses hervorragende und einfach zu nutzende Werkzeug von leider viel zu wenigen angehenden bewusst Fotografierenden genutzt.

        Tipp 3 „Lasst die Motivprogramme weg – die braucht man beim Fotografieren nicht“

        Und dann folgen deine Erklärungen, wie man ohne diese Programme zu guten Ergebnissen kommt.

        Die Tabelle finde ich unsinnig, da sie weder das tatsächlich vorhandene Licht noch die Brennweite des Objektivs und die Entfernung zwischen Fotograf und Objekt einbezieht. Sie ist führt damit den Anfänger auf den falschen Weg und löst beim erfahreneren Fotografen nur Kopfschütteln aus.

        Jens

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        • Hermann Stanzel

          Hallo Jens,

          Ich werde Deine Vorschläge in den Artikel einarbeiten.

          Eines muss ich da allerdings schon noch dazu sagen, bezüglich „die Tabelle“ weg lassen.

          Ich weiß ja nicht zu welcher Generation du gehörst – ob du noch mit Filmen gearbeitet hast oder ausschließlich der digitalen Generation angehörst.
          Eines ist sicher, die Filmhersteller haben sich damals Gedanken darüber gemacht wie sie den Benutzern vereinfacht mitteilen können, wie sie die Filme richtig belichten. Da stand beispielsweise darauf, bei Sonnenlicht 125sec/f8, dementsprechend geändert bei anderen Lichtverhältnissen.

          Da stand aber nicht drauf, wenn du in den Schatten rein fotografierst, dass du um zwei Blenden aufmachen musst, oder wenn du Gegenlichtaufnahmen machest, dass du dementsprechend abblendest. Weiters stand da auch nichts darüber, wie man Menschen fotografiert, die eine weiße Bekleidung an haben, oder eben eine schwarze.

          Daher sage ich, die Tabelle – das sind Annäherungen für unerfahrenere Fotografen (nicht so wie du, der das alles schon weiß und in der Praxis aus dem ff kann), die sich das eine oder andere Thema einmal genauer ansehen möchten.

          Jeder kann, keiner muss.
          Hermann

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  4. Norbert Grill

    Hallo Andy, sehr gute Erläuterung. Habe mir Text mit den entsprechenden Bildern angeschaut. Da hast Du Dich ja richtig ins Zeug gelegt. Vielen Dank. Gruß Norbert

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  5. So detaillierte Werte würde ich ehrlich gesagt nicht empfehlen.
    Z.B. beim Mitziehen bin ich mit 1/320s am Besten klargekommen. Die dazugehörige Blende und ISO habe ich der Kamera überlassen.

    Beim Portrait grundsätzlich die f5,6 zu empfehlen halte ich auch für schwierig. Das hängt nämlich stark vom Hintergrund ab, der in vielen Fällen dann wesentlich zu präsent erscheint. Die ideale Blende ist m.E. stark vom Objektiv bzw. der verwendeten Brennweite abhängig.

    Auch in der Konzertfotografie kommt es extrem auf die Randsituationen an.

    Beispiel: http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/5937754561/in/set-72157638172699116
    1/60s ƒ/3.5 ISO 400 54 mm

    Meine persönlichen Empfehlungen würden eher in folgende Richtung gehen.

    Verwendung von Automatiken:

    Bei Verwendung der Automatiken (Zeitautomatik und Blendenautomatik) sollte auch die „Blendenkorrektur“ beachtet werden. Die Blendenkorrektur „0“ zielt auf ein mit Helligkeitswerten ausgewogenes Bild aus, was aber nicht unbedingt der vorhandenen Lichtsituation/Stimmung entspricht. Daher die Empfehlung, bei 2-3 Probebildern die Lichtstimmung des Bildes an die vorhandene Lichtstimmung anpassen (z.B. Konzertsaal 1,5-2 Blendenstufen unterbelichten (gibt auch gleich noch mal einen Zeitvorteil!).
    Überbelichten kann in schwierigen Lichtsituationen ebenfalls helfen.

    Blendenautomatik (Zeit vorwählen, Blende & ISO wird automatisch ermittelt), bei CANON (T)

    LowLight-Situationen, statische Motive (Zeiten, in denen man mit etwas Übung noch nicht verwackelt)
    kurze Brennweiten (> 50 mm): mind. 1/30 s – 1/50 s

    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/8338901457/

    LowLight-Situationen, Menschen in Bewegung (Zeiten, in denen man mit etwas Übung noch nicht verwackelt)
    mind. 1/60 s, eher 1/100

    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/sets/72157640535953614/

    Mitziehen:
    lange Brennweiten (>> 50 mm): ca. 1/320 s

    Tierfotografie:
    mind. 1/640 s

    Zeitautomatik (Blende vorwählen, Zeit & ISO wird automatisch ermittelt), bei CANON (A)

    Bei der Blende kann man eigentlich gar keine klaren Empfehlungen aussprechen, weil die Blende massiv in die Bildgestaltung eingreift und ebenso massiv von der Brennweite abhängig ist.

    Die Empfehlung wäre daher, die persönlich verwendeten Objektive auf Tiefenschärfe zu testen und persönliche Präferenzen zu ermitteln.

    Landschaft (mit Ziel Vordergrund und Hintergrund scharf abbilden):

    ultrakurze Brennweiten (<< 35 mm): mind. f/5,6
    kurze Brennweiten (< 50 mm): mind. f/8
    mittlere Brennweiten (~50 mm): mind. f/16

    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/8464165941/in/set-72157632741248367
    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/10278264885/in/set-72157636559174624

    * Hinweis: je kleiner die Blendenöffnung (also je größer die Blendenzahl) umso stärker neigen Lichtpunkte (z.B. Reflexionen, Lichtquellen) zur Sternchenbildung.

    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/8463681015/in/set-72157632741248367
    Freistellen (Objekt scharf, Hintergrund verschwimmt):

    kurze Brennweiten ( 75 mm): f/2,8-f/4

    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/10278153514/in/set-72157636559174624
    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/10278295955/in/set-72157636559174624

    http://www.flickr.com/photos/gudera-pictures/7693130822/in/set-72157623310344409

    100% manuelle Einstellungen:

    Feuerwerk ():
    kurze Brennweiten (< 50 mm): mind. 1/10 s -1/15 s; Blende so klein wie möglich; Autofocus aus
    mittlere Brennweiten (~50 mm): mind. 1/15 s – 1/20 s

    Studio:
    Je nach verwendeten Blitzen muss hier komplett manuell gesteuert werden. Hauptproblem: zu viel Licht; zu kurze Zeit, in der das Licht verfügbar ist

    Hier sind Kompromisse zwischen minimaler Blende und minimaler Zeit erforderlich.

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    • Hermann Stanzel

      Hallo Andy,
      vorerst einmal vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar zum Beitrag.

      Habe mir natürlich die Bilder mit dem Texten angesehen – sind übrigens tolle Bilder dabei, wären für unsere Besprechungen auch interessant.

      Du hast recht, denn der Belichtungs Guide kann die Themen nicht im Detail behandeln. Das soll er auch nicht. Es ist so, dass dieser Guide eine Hilfestellung für viele ist, wenn sie sich einem neuen Thema widmen. Mehr soll es auch nicht sein – eine Annäherung an die Kombinationen – Zeit und Blende.
      (Abgesehen davon wird es ein paar Video-Tutorial geben zu einzelnen Themen.)

      Alleine, wenn ich mir das Thema Mitziehen ansehe, da gibt es eine extreme Spanne an Möglichkeiten. Es ist ein Unterschied ob ich Motorsport oder Reitsport fotografiere (das sind Themen in den ich weiß was abgeht – daher vergleiche ich die beiden). und da gebe ich Dir uneingeschränkt recht wenn Du mit einer 1/320s gut zurecht kommst. Will ich aber von einen Traktor in Feld eine mitgezogene Aufnahme machen da sieht es wieder anders aus. Als nächstes kommt es darauf an wie gut bin „ich“ – habe ich viel Übung und Erfahrung oder beginne ich erst mich diesem Thema zu widmen und mich „einzuschießen“.

      Wenn man diese Themen ausführlich behandeln will, dann kann man ein Buch darüber schreiben – das will ich aber nicht.

      Also noch einmal, vielen Dank für Deinen Kommentar, ich schätze das sehr, denn ich weiß wie viel Zeit an einem so aufwändigen Kommentar dahinter steckt!

      Liebe Grüße
      Hermann

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  6. Thomas Kernstock

    Liieber Herrmann

    vielen Dank für den sehr interessanten Artikel ! Vor allem in dieser Zusammenstellung und Kürze findet man das Thema selten (gar nicht?) beschrieben.

    Zum Guide hätte ich eine kleine Anmerkung -> Bei der Lichtmalerei steht 1/30s im enstprechnden Absatz 30s.

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    • Hermann Stanzel

      Sensationell lieber Thomas,

      du bist der erste dem das auffällt 30 sek. ist natürlich korrekt – ich werde das auch gleich im Guige ändern und die neue Version hochladen.

      Danke für´s Mitdenken.

      Liebe Grüße
      Hermann

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