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Produktfotografie, aber welcher Farbraum?

Farbmanagement in der Produktfotografie

Die Gretchen-Frage ist doch: Adobe RGB oder sRGB?

Anlass zu diesem Beitrag war wieder einmal ein Mail, das ich bekommen habe, in dem ich die Frage gestellt bekam, was der richtige Farbraum für professionelle Produktaufnahmen ist.

Beide Farbräume haben Vorteile. So pauschal lässt sich diese Frage gar nicht beantworten. Es kommt immer auf den Zweck, dem Verwendungszweck der Bilder nach der Aufnahme an. Werden die Produktaufnahmen im Internet verwendet, oder werden sie im Offset Druck auf Papier gebracht, auf welches Papier wird gedruckt usw. also alles in Allem ein sehr komplexes Thema.

PS_ProfilViele, vor allem Fotoeinsteiger fragen sich, was hier die richtige Einstellung ist. Diese Frage kann beim einrichten der neuen Kamera auftauchen- oder auch beim öffnen von Bildern im Photoshop.

 

RAW – Adobe RGB oder sRGB bei der Produktfotografie?

Gleich vorweg RAW ist kein Farbraum, RAW ist ein Aufnahmeformat der Kamera. Wer in RAW fotografiert muss sich zunächst einmal um den Farbraum keine Gedanken machen. Das sind die Rohdaten des Sensors, man spricht auch von den „offenen Rohdaten“ die den größten Farb- und Tonwertumfang enthalten, den die Kamera bewältigt. Der ist wohlgemerkt wesentlich größer als der Adobe RGB Farbraum.

Die Einstellungen des Farbraumes, also Adobe RGB oder sRGB wirken sich erst beim Abspeichern in das Dateiformat .JPEG/.JPG aus.
Das heißt, jeder der unabhängig vom Farbraum arbeiten möchte, nimmt seine Produktaufnahmen im RAW Format auf – das ist auch meine Empfehlung, in der professionellen Produktfotografie wird ausschließlich im RAW Format fotografiert.

Farbraum auswählen

Vergleich_AdobeRGB_sRGB
Hier geht es wirklich um ganz feine Nuancen, einzig im grün kann man einen Unterschied erkennen.

Warum gibt es überhaupt den Adobe RGB und sRGB Farbraum, bzw. brauche ich den überhaupt bei der Produktfotografie?

Der Adobe RGB-Farbraum ist ein RGB-Farbraum, der von Adobe Systems im Jahr 1998 definiert wurde. Der Adobe RGB-Farbraum enthält etwa die Hälfte der im (umfassenden) Lab-Farbraum definierten Farben.
sRGB wurde von Hewlett-Packard und Microsoft Corporation als Gemeinschafts-produktion entwickelt – sRGB wurde seinerzeit für die CRT-Monitore des Jahres 1996 entwickelt. Sinn und Idee des Farbraumes war dass alle Monitore, einschließlich der schlechteren, alle Farben eines Pixelbildes darstellen können.

 

Welchen Farbraum soll ich denn jetzt für meine Produktaufnahmen einstellen?

Vorausgesetzt man fotografiert überhaupt im JPEG Format, dann ist man mit dem Adobe RGB Farbraum auf der sicheren Seite um bei der Bearbeitung mehr Spielraum zu haben. Besonders der Grünbereich ist im Adobe RGB wesentlich größer als im sRGB. Da unsere Augen sehr sensibel auf grün reagieren sind hier die meisten Abstufungen erkennbar. Klare Empfehlung von den Profis – Adobe RGB.

 

Farbraum auf der Kamera vor den Produktaufnahmen festlegen

kamera1_2

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Video über Farbräume wie LAB, AdobeRGB und sRGB, diese Informationen sind allgemein gültig, nicht nur für die Produktfotografie

Wenn Ihr euch das Video anseht dann werdet Ihr die Farbräume noch besser verstehen, vor allem auch den LAB-Farbraum, Farbkreis, additive und subtraktive Farbmischung und noch vieles mehr – ein super Video Tutorial!

 

 Farbraumdiagramm AdobeRGB_sRGB

Man sieht in dem Diagramm ganz deutlich, dass der Farbraum von Adobe RGB wesentlich größer ist, also auch mehr Farbnuancen beinhaltet als sRGB, besonders im Grünbereich ist es sehr markant.
Würde man jetzt noch den druckbaren Bereich eines Vierfarbdruckes einer Offset- Maschine in einer „CMYK – Separation“ darüber legen, dann würde man sehen, dass wesentlich weniger Farben gedruckt werden können als wir am Bildschirm sehen. Das soll weiter heißen, wenn wir ein sehr brilliantes, knackiges Bild am Bildschirm sehen, dann heißt das noch lange nicht, dass das im Druck auch so brilliant erscheint.

Insidertipp zum Schluss für professionelle Produktaufnahmen

Derjenige, der die maximale Farbtreue benötigt, der sollte sich eine dieser Graukarten besorgen und macht dann mit dieser einen Weißabgleich. Vorteilhafterweise direkt in der Kamera, denn alles was bei der Aufnahme vorher schon stimmt muss nicht nachher im Photoshop oder Lightromm korrigiert werden. Das gehört zu einer professionellen Produktaufnahme und einem guten Worflow Management!

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3 Kommentare

  1. Hermann Stanzel

    @Oliver, du hast natürlich recht, wenn es ausschließlich um den Bereich Internet geht, da bin ich voll bei Dir, wenn es aber um aufwendige Aufnahmen oder Bearbeitungen geht da möchte ich mich nicht von vorne herein schon beim Farbraum begrenzen. Aber das muss ohnehin jeder für sich entscheiden, bzw. auf seinen Workflow abstimmen, da gehe ich eher den Weg von „oliver14“.
    Bei einer aufwendigen Retusche arbeite ich auch im hochauflösenden Bereich, auch wenn ich das Bild „nur“ für das Internet verwende und rechne es erst am Schluss für die Bildschirmauflösung runter. Das ist aber auch wieder meine persönliche heran gehensweise an die Dinge – ist aber auch meine Empfehlung 😉
    Liebe Grüße
    Hermann

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  2. Ich gebe dir recht, das für deinen Zweck sRGB die richtige Wahl ist. Jedoch bei aufwendigen Studioaufnahmen die länger als einen halben Tag dauern würde ich mir die Daten nicht vorneweg schon beschneiden um bei der Bildbearbeitung den vollen Farbumfang zu haben.

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  3. In der heutigen Produktfotografie, die immer mehr auf internetbasierten Verkauf abziehlt ist AdobeRGB meiner Meinung nach ehr die schlechtere Wahl. Mögen die Grüntöne vielleicht etwas satter mit AdobeRGB wirken, so „verfälscht“ AdobeRGB jedoch sehr stark die Rottöne. Anders ausgedrückt: Jeder Käufer oder Anwender, der nur einen sRGB-Monitor hat, sieht Rottöne mit seinem Monitor also Rosatöne. Und da hauptsächlich nur professionelle Anwender mit AdobeRGB arbeiten, führen falsche Farbwirkungen am Ende nur zu verstärkten Kundenreklamationen. Warum also einen komplizierteren Weg gehen, der nur mehr Arbeit (zusätzliche Konvertierung + Anpassung in sRGB fürs Internet) und dadurch mehr Kosten verursacht. Entsprechend haben wir die Bildbearbeitung mit AdobeRGB aufgegeben. Selbst für Printmedien macht dieser Weg nicht wirklich Sinn, da das CMYK-Druckdatenformat ja einen noch kleineren Farbraum besitzt als sRGB.

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