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RAW-Bildformat, für die volle Bildkontrolle

Die 3 wichtigsten Gründe warum Du im RAW-Format fotografieren sollst!

Der eine oder andere von Euch wird sich folgendes schon gefragt haben – „mein Kollege fotografiert genau so wie ich im RAW-Format, nur er hat bei den Bilddateien eine völlig andere Dateiendung als ich“.

Warum ist das so?

Nun die Antwort darauf ist nicht schwer, sie lautet „UNEINIGKEIT“ –  nachdem sich die Kamerahersteller bis heute auf keinen gemeinsamen Standard geeinigt haben, so gibt es die unterschiedlichsten RAW-Formate – und jedem Hersteller sein eigenes Format ist das BESTE – eh klar 😉

Allerdings scheint es etwas Licht am Ende des Tunnels zu geben, denn, es gibt Ansätze hierfür mit dem DNG Format von Adobe. RAW-Daten sind Rohdaten, die direkt vom Bildsensor der Digitalkamera kommen, es ist „DAS“ Dateiformat, es beinhaltet die vollen Bildinformationen, nicht komprimiert und nicht entwickelt – quasi – mehr geht nicht! Nicht umsonst wird das RAW-Format als das digitale Negativ bezeichnet. Im Vergleich zum analogen Film – der Film ist noch in der Filmdose und noch nicht entwickelt.

Gibst Du RAW-Daten an jemanden weiter, so kann derjenige mit den Bilddaten nichts weiter anfangen, sofern er nicht über ein Konvertierungs Programm verfügt.

Vergleichbar mit dem Film, wäre es so, als würdest Du den noch nicht entwickelten Film weitergeben und Du wüsstest nicht ob die Bilder in Ordnung sind, ob sie in der Farbe stimmen, ob sie  richtig belichtet sind oder nicht.

Also warum soll ich jetzt eigentlich im RAW-Format meine Bilddateien abspeichern? Das läßt sich nicht so einfach sagen, da muss man etwas weiter ausholen, aber eines kann man vorweg schon sagen:

Der Dynamikumfang in den unterschiedlichen RAW-Formaten beträgt 10, 12, 14 oder 16 Bit Helligkeitsdynamik, also Helligkeitsverhältnisse von 1.024 bis hin zu 16.384 und mehr. Außerdem haben RAW-Formate eine ebene Gammakurve, was eine wesentlich bessere Dynamik bedingt. Durch den erweiterten Dynamikumfang haben Digitalfotos im RAW-Format eine bessere Durchzeichnung an hellen und dunklen Bildstellen daher ist es auch relativ einfach diese in hochauflösende HDR-Fotos zu konvertiert. Um in diesen Dschungel ein wenig Licht zu bringen hab ich euch ein paar Listen, Tabellen und Erklärungen zusammen geschrieben.

RAW - Datenformate - Bezeichnungen
Rohdatenformate
RAW
BezeichnungRohdatenformate
RAW
Bezeichnung
AdobeDNGNikonNEF
CanonCRW, CR2OlympusORF
ContaxRAWPanasonicRAW, RW2
EpsonERFPentaxPEF, DNG
FujifilmRAFPhase OneTIFF
Hasselblad3FR, FFFRicohDNG
KodakDCR, DCS, KDC, RAWSamsungSRW, DNG
Leica CameraRAW, DNG, RWLSigmaX3F
MamiyaMEF,MFW, IIQSinarCS1, CS4, CS16
MinoltaMEW, MDCSonySRF, SR2, ARW

 Vergleich zwischen RAW-Format und JPEG-Bilddaten  Quelle: Wikipedia

Vergleich RAW-JPEG-Dateiformat
 RohdatenJPEG-Dateien
FlexibilitätDie rein kameraseitig zu beachtenden Bildparameter sind lediglich Blende, Belichtungszeit sowie Lichtempfindlichkeit.

Alle anderen Parameter können später im Zug der Raw-Konvertierung beliebig gewählt werden, darunter auch der verwendete Interpolations-Algorithmus.
Zusätzlich sind vom Fotografen technische Aspekte und Vorverarbeitungsschritte zu berücksichtigen, wie z. B. Weißabgleich, Farbsättigung bzw. angewandter Farbfilter (für Schwarz-Weiß-Fotografie), Farbraum, Kontrast, Schärfe, Rauschunterdrückung, gewählte Sensorauflösung und JPEG-Kompressionsrate sowie individuelle Korrekturen (z. B. von Hauttönen).

Eine nachträgliche Korrektur mit Bildbearbeitungsprogrammen ist auch an vorverarbeiteten JPEG-Bildern möglich, jedoch Grenzen unterworfen und stets mit Verlusten an Bildinformation und -details verbunden. Die von einer Bayer-Kamera verwendete Interpolation ist nachträglich nicht mehr änderbar.
Bildqualität Durch Speicherung der (uninterpolierten) Sensordaten mit 10, 12, 14 oder 16 Bit pro Pixel ist eine genauere Helligkeitsauflösung gegeben. Sämtliche vom Bildsensor erfassten Details bleiben vollständig erhalten.8 Bit Farbtiefe bedeuten nur maximal 256 Abstufungen pro Farbkanal. Nachträgliche Tonwertkorrekturen erzeugen „Lücken“ im Histogramm, also Informationsverluste. Zusätzlich erzeugt die stets verlustbehaftete Kompression, neben dem Verlust an Bilddetails, besonders in kontrastschwachen Arealen typische DCT-Artefakte, deren Verstärkung (z. B. durch Curves oder Unscharfmaskieren) bei folgenden Nachbearbeitungsschritten berücksichtigt und vermieden werden muss.
DateigrößeDie Dateien sind trotz angewandter Kompressionsverfahren oft sehr viel größer als ihre JPEG-Äquivalente, zumal sie bei den meisten Herstellern neben den Rohdaten noch zusätzlich das von der Kamera generierte JPEG-Bild als Vorschau enthalten. Das Schreiben der Dateien dauert folglich länger, so dass ein großer kamerainterner Puffer sowie eine hohe Schreibgeschwindigkeit vonnöten sind, um im Raw-Modus eine akzeptable Serienbildgeschwindigkeit zu erreichen und über längere Zeit aufrechtzuerhalten.Je nach Einstellung der JPEG-Kompression können die Bilddateien erheblich kleiner sein und z. B. bei entsprechender Konfiguration problemlos per Mail oder MMS verschickt werden.

Auch bei bester eingestellter JPG-Qualität fassen Speicherkarten (motivabhängig) meist mindestens dreimal so viele Bilder wie im Raw-Format, bei reduzierter Qualität ein Vielfaches davon. Wegen der geringeren Datenmenge und des sehr viel länger reichenden Kamerapuffers spielt die Schreibgeschwindigkeit keine so herausragende Rolle, und auch langsamere Karten können im Serienbildmodus länger mit der Kamera „mithalten“. Entscheidend ist hier die Geschwindigkeit des kamerainternen Prozessors.
KompatibilitätDie Rohformate der einzelnen Hersteller unterscheiden sich voneinander und sind nicht kompatibel. Auch bei Modellen desselben Herstellers gibt es Unterschiede und Abweichungen. Daher ist spezielle Raw-Konverter-Software, entweder einzeln oder als Plugin in ein anderes Programm integriert, für die Verwendung notwendig. Auch wenn derzeit (Stand Oktober 2013) die meisten dieser Programme mit fast allen am Markt befindlichen Rohdatenformaten umgehen können, gibt es keine Garantie, dass dies jederzeit so bleiben wird. Ein Ausweg wäre die Verwendung eines dokumentierten, einheitlichen und herstellerunabhängigen Speicherformates (z. B. Adobes Digital Negative), ein anderer die vollständige und frei zugängliche Dokumentation der Rohdatenformate durch die jeweiligen Hersteller.Praktisch alle vorhandenen Bildbearbeitungs- und Bildverarbeitungs-Programme unterstützen den offenen JPEG-Standard und können die Dateien sowohl lesen als auch schreiben, unabhängig von ihrer Herkunft. Es kann jedoch zu Einschränkungen bei der Auswertung, der Verarbeitung oder beim Schreiben von eingebetteten EXIF-Informationen, wie beispielsweise herstellerspezifischen Maker Notes, Geo-Tags oder Vorschaubildern geben.
NachbearbeitungDie Rohdaten müssen stets nachverarbeitet werden, um angezeigt oder bearbeitet zu werden. Der Hauptschritt (bei Bayer-Daten), die Interpolation bzw. das Auflösen des Mosaik-Musters (Demosaicing), sowie die Rauschunterdrückung kann dabei bedeutend mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die darauf optimierten kamerainternen Bildsignalprozessoren für den gleichen Schritt brauchen.

Ausgefeilte Software-Interpolationsalgorithmen sowie eine oft mehrstufige Wavelet- oder motivbasierte Rauschunterdrückung bedingen durch die in 16-Bit-Ganzzahlen oder Fließkomma durchgeführten Berechnungen eine hohe Systemlast und einen beträchtlichen Speicherbedarf.
Bedingt durch den Kompromiss, den die Hersteller eingehen müssen, um die Interpolation schnell genug und doch mit akzeptabler Qualität durchzuführen, kommt es an den Rändern zu Problemen bzw. Abschneideeffekten, weswegen nachträglich konvertierte Rohbilder unter Umständen größere Bilddimensionen aufweisen.[1]
Eine verlustfreie Nachbearbeitung ist möglich, jedoch auf bestimmte Vorgänge begrenzt (Rotieren um ein Vielfaches von 90° sowie Zuschneiden um ein Vielfaches von 16 Pixeln). Bei allen anderen Veränderungen tritt ein Generationenschwund auf, da JPEG eine verlustbehaftete Kompression verwendet. Als Speicherformat ist es daher während der Nachbearbeitung nachteilig, und es sollte auf ein verlustfreies Format (z. B. TIFF) zurückgegriffen werden.

Hier sind die 3 entscheidende Gründe, die für ein RAW-Format bei der Aufnahme sprechen!

1.) Belichtung und Kontrastanpassung im RAW-Format!

Der RAW-Konverter ist genial bei der Anpassung von Belichtung und Kontrast. Sollte einmal eine Aufnahme nicht ganz korrekt belichtet sein, so ist es im RAW-Konverter nur ein kleiner Schritt diese zu korrigieren. Ein kleiner dreh am Regler und die Belichtung passt wieder (+/-). Das geniale daran ist, dass die Lichter und die Tiefen getrennt angepasst werden können. Durch den hohen Kontrastumfang der im RAW-Format erhalten bleibt und abgespeichert ist gibt es die absolute Kontrolle über die Optimierung der Bilder. Das selbe gilt selbst verständlich auch für den Kontrast. Das was in JEPG nicht mehr möglich ist (auf Grund der wenigeren Bildinformationen) ist im RAW-Format nur eine Kleinigkeit. Wer sich HDR Bilder rechnen lassen will – hat hier die Möglichkeit ein „pseudo“ HDR mit den dazu nötigen Belichtungsvarianten zu erstellen.

2.) Verlustfreier Weißabgleich im RAW-Bildformat!

Egal ob durch falschen Automatik Weißabgleich oder durch eine fehlerhafte Manuelle Eingabe, oder die Farben sind für die Aufnahmesituation nicht stimmig, oder sie passt nicht zur Situation. Im RAW-Konverter lässt sich der Weißabgleich völlig verlustfrei und einfach korrigieren. Die meisten Konvertierungsprogramme haben ein Pipetten-Werkzeug, mit dem man auf ein neutral graues Feld oder auf eine neutral weiße Fläche klickt damit wird das Bild neutralisiert. In den Programmen sind Profile für die verschiedenen Lichtverhältnisse, wie Kunstlicht, Blitzlicht, Schatten, Tageslicht etc. vordefiniert. Im Gegensatz zu den Änderungen bei einem JPEG Bild sind die Änderungen bei RAW-Dateien völlig verlustfrei.

3.) RAW-Konverter und die Objektivkorrektur!

RAW-Konverter erkennen im Normalfall aus den EXIF-Daten das verwendete Objektiv und korrigieren diese auf Knopfdruck. Sollte ein Objektiv nicht gelistet sein, dann gibt es natürlich die Möglichkeit einer manuellen Korrektur. Grundsätzlich gehören so gut wie alle Objektive von Spiegelreflex- oder Systemkameras bei der Bildentwicklung korrigiert – da sowohl kissenförmige oder tonnenförmige Verzeichnungen auch bei noch so guten Objektiven auftreten. Weiters korrigieren die Programme Vignettierungen bei sehr starken Weitwinkelobjektiven.   Jetzt noch eine Beispielaufnahme im Original und nach der Entwicklung:

Original RAW-Bildformat

Original Aufnahme, geöffnet im RAW-Konverter ohne Korrektur

Bearbeitetes Bild im RAW-Konverter

Bearbeitetet Aufnahme, nach der Entwicklung im RAW – Konverter. Anpassung in der Dynamik, im Kontrast, den Schatten, in der Belichtung etc. Hier gibt es fast unbegrenzte Möglichkeiten.

Wie Ihr seht, gibt es fast unbegrenzte Möglichkeiten bei der digitalen Bildentwicklung mit einem RAW-Konverter, meine Empfehlung geht ganz klar zur Fotografie im RAW-Format

Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:

 

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine immer wieder Informativen Aussendungen !
    Gut Licht und liebe Grüße,
    Do Laura Heneis

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